Fuß und Sprunggelenk

Flexibler Knick-Senkfuß bei Kindern

Kurz gesagt

Der flexible Knick-Senkfuß ist bei kleinen Kindern sehr häufig: Das Fußgewölbe verschwindet beim Stehen und erscheint im Zehenspitzenstand wieder. In den meisten Fällen ist er eine normale Entwicklungsvariante, die keine Schmerzen verursacht und keine Behandlung braucht.

Typisches Alter
Kleinkinder
Auch bekannt als
Knick-Plattfuß · Pes planovalgus · Flexibler Plattfuß

Was ist das?

Beim kindlichen Knick-Senkfuß ist das Gewölbe an der Fußinnenseite abgeflacht oder fehlt. Er ist in den ersten Lebensjahren häufig und gehört bei vielen Kindern zur normalen Entwicklung.

Es gibt zwei Hauptformen:

  • Flexibler Knick-Senkfuß: Das Gewölbe erscheint im Zehenspitzenstand oder wenn der Fuß entlastet wird. Er ist meist harmlos und verursacht keine Beschwerden.
  • Kontrakter (steifer) Plattfuß: Das Gewölbe bleibt in jeder Stellung flach. Er kann mit strukturellen Veränderungen zusammenhängen und braucht eine fachärztliche Abklärung.

Woran Eltern es merken können

  • Die Schuhe verformen sich.
  • Die Füße zeigen kein Fußgewölbe.

Wann zum Facharzt?

Viele Kinder haben keine Beschwerden. Ein Termin ist aber ratsam, wenn eines dieser Zeichen auftritt:

  • Schmerzen in Füßen, Sprunggelenken, Fersen, Knien oder Beinen.
  • Schnelle Ermüdung beim Gehen oder Sport.
  • Häufiges Stolpern oder Gangauffälligkeiten.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Fußes.
  • Schwierigkeiten mit bestimmten Schuhen.
  • Das Kind meidet Bewegungsaktivitäten, die es früher gern gemacht hat.

Wie wird es diagnostiziert?

Die fachärztliche Beurteilung berücksichtigt Alter, Beschwerden und Funktion des Fußes, nicht nur sein Aussehen. Die Untersuchung kann eine Ganganalyse sowie die Beurteilung von Fußachse, Gelenkbeweglichkeit und Muskelkraft umfassen. Wenn nötig, wird sie durch Röntgen oder andere Bildgebung ergänzt.

Behandlung

Die Behandlung hängt vom Alter, der Art des Plattfußes und den Beschwerden ab.

  • Beobachtung und Kontrollen: bei vielen Kindern mit flexiblem, schmerzfreiem Knick-Senkfuß.
  • Konservative Behandlung: individuelle Maßnahmen zur Linderung von Beschwerden und Verbesserung der Funktion, einschließlich orthopädischer Einlagen, wenn angezeigt.
  • Operative Behandlung: ausgewählten Fällen vorbehalten, in denen die Beschwerden anhalten oder eine strukturelle Veränderung sie rechtfertigt.

Die Operation kann verschiedene rekonstruktive Techniken umfassen, die an das jeweilige Kind angepasst werden.

Konservative Behandlung

Bei Kindern ohne Beschwerden genügen bequeme Schuhe und Beobachtung; bei Beschwerden kommen individuelle Maßnahmen, Übungen für die kurze Fußmuskulatur und Dehnung bei verkürzter Wadenmuskulatur in Frage. Die Behandlungsindikation richtet sich nach Beschwerden, Untersuchungsbefund und Fehlstellungsmuster.

Operative Behandlung

Beim flexiblen Knick-Senkfuß flacht das Fußgewölbe unter Belastung ab und die Ferse knickt nach außen. Verursacht er Schmerzen, Ermüdung oder Funktionseinschränkungen und bessert sich nicht mit konservativen Maßnahmen, kann eine Operation erwogen werden.

Es gibt zwei Haupttechniken der Arthrorise, die die Stellung des Rückfußes korrigieren und die Fußachse verbessern sollen:

  • Calcaneo-Stop (extraartikuläre Arthrorise): Eine Schraube wird in das Fersenbein eingebracht, um die übermäßige Auswärtsbewegung des Rückfußes zu begrenzen und eine bessere Ausrichtung zu fördern, ohne ein Implantat in den Sinus tarsi einzusetzen.
  • Endorthese (intraartikuläre Arthrorise): Ein Implantat wird in den Sinus tarsi eingesetzt, einen Raum zwischen Sprungbein und Fersenbein. Es begrenzt die übermäßige Pronation und hilft, die Valgusstellung der Ferse zu korrigieren.

Beide Techniken sollen die Biomechanik des Fußes verbessern, unterscheiden sich aber in Implantatart, Lage und möglichen Komplikationen. Die Wahl hängt von Alter, Beschwerden, Ausmaß der Fehlstellung und der individuellen Beurteilung jedes Patienten ab.

Die Operationsindikation sollte nach fachärztlicher Untersuchung gestellt werden, wobei konservative Maßnahmen, wenn sie geeignet sind, immer Vorrang haben.

Verlauf und Erholung

Die Erholungszeit nach einer Knick-Senkfuß-Operation mit Calcaneo-Stop oder Endorthese hängt von der Technik, dem Verlauf beim Kind und den Vorgaben des Orthopäden ab.

  • Erste 2 Wochen: relative Schonung, Hochlagern des Fußes und Wundkontrolle. Belastung und der Bedarf an Gehstützen oder Ruhigstellung hängen von der Technik und dem Vorgehen des Operateurs ab.
  • Schule: meist nach 2 bis 4 Wochen möglich, sofern sich das Kind sicher fortbewegen kann, die Beschwerden kontrolliert sind und der Fuß geschützt bleibt. Manchmal dauert es länger.
  • Leichte körperliche Aktivität: wird meist ab 4–6 Wochen schrittweise wieder aufgenommen, je nach Verlauf und ärztlicher Freigabe.
  • Sport und Schulsport: Sportarten mit Stoßbelastung wie Laufen, Springen oder Fußball werden meist nach etwa 8 bis 12 Wochen wieder aufgenommen, manche Kinder brauchen aber länger.

Die Erholung verläuft schrittweise und individuell. Vor der Rückkehr zum Sport sollte das Kind schmerz- und hinkfrei gehen, gut beweglich sein und die Freigabe des Facharztes haben.

Jedes Kind erholt sich in seinem eigenen Tempo. Wer die Vorgaben des Behandlungsteams befolgt und die Erholungszeiten einhält, ermöglicht eine sichere Rückkehr in Schule und Sport.

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine fachärztliche Untersuchung. Wenn Sie sich Sorgen um den Fuß Ihres Kindes machen, sprechen Sie mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt oder vereinbaren Sie einen Termin.

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